Schutzbrief gegen weibliche Genitalverstümmelung

Bundesweit einheitlicher Schutzbrief gegen weibliche Genitalverstümmelung/-Beschneidung ist da!

Das wichtige Dokument soll für die in Deutschland geltenden gesetzlichen Folgen des gewaltvollen Eingriffs sensibilisieren, sowie über die gesundheitlichen Folgen weiblicher Genitalverstümmelung/Beschneidung (FGM/C) aufklären.

Der Schutzbrief kann bei Reisen in das Herkunftsland mitgeführt werden. Denn auch in Deutschland sind zahlreiche Frauen und Mädchen von FGM/C betroffen oder bedroht. Der Schutzbrief hilft darauf aufmerksam zu machen, dass weibliche Genitalverstümmelung gegen deutsches und internationales Recht verstößt und schwere strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

[1] https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen/migrantinnen-schuetzen/weibliche-genitalverstuemmelung/weibliche-genitalverstuemmelung/80720

Weltweit leben mehr als 200 Millionen Frauen und Mädchen mit den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung/Beschneidung (FGM/C). In Europa sind 600 000 Frauen und Mädchen davon betroffen. In diesem Sommer erhobene Zahlen des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend zeigen: In Deutschland leben mehr als 67.000 Frauen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind. Bis zu 14.752 Mädchen sind gefährdet.[1]

In Deutschland und in Europa ist weibliche Genitalverstümmelung ein Straftatbestand. Nach deutschem Strafrecht sind auch die Täterinnen und Täter bedroht, die eine weibliche Genitalverstümmelung im Ausland begehen. Viele Eltern reisen während der Ferienzeit in ihre Heimatländer, um Mädchen und Frauen dort – oft auch unter dem gesellschaftlichen oder familiären Druck aus dem Herkunftsland – genitalbeschneiden zu lassen. Auch Frauen, die schon von Genitalverstümmelung betroffen sind, erleben zum Teil eine zweite Genitalverstümmelung (Reexcision).

Viele Frauen und Mädchen sterben an der weiblichen Genitalverstümmelung, v.a. wenn sie in den Herkunftsländern unter prekären Bedingungen vorgenommen wird.

Geschützt werden sollen von einer weiblichen Genitalverstümmelung gefährdete Mädchen und Frauen (Reexision).

Adressaten und Adressatinnen des Schutzbriefes sind daneben auch ihre Familien aus Deutschland – und im entsprechenden Herkunftsland sowie die allgemeine Bevölkerung.

Mithilfe des Schutzbriefes können sie darauf aufmerksam machen, dass weibliche Genitalverstümmelung/-beschneidung gegen deutsches und internationales Recht verstößt und mit Haft oder Kindesentzug bestraft werden kann. Der Schutzbrief macht auch auf mögliche aufenthaltsrechtliche Konsequenzen der Straftat aufmerksam. Denn in Deutschland ist FGM/C seit 2013 verboten, auch wenn der Eingriff im Ausland vorgenommen wird. Mit dem Schriftstück können Eltern ihre Argumente unterstreichen und ihre Töchter so vor Genitalverstümmelung/-beschneidung schützen.

Der Schutzbrief kann als Sensibilisierungswerkzeug genutzt werden, um das Tabu rundum FGM/C zu brechen, ohne zu stigmatisieren

Der Schutzbrief wurde in mehrere Sprachen übersetzt, um möglichst viele Familien, Frauen und Mädchen zu erreichen. Er wird als Download, Audio-Dateien und Printversion zur Verfügung stehen. Außerdem wird der Schutzbrief in Behörden, religiösen Institutionen, sozialen Einrichtungen und bei Ärztinnen und Ärzten ausliegen. Sie finden den Schutzbrief zum Download auf unserer Website.

Helft mit und verbreitet den Schutzbrief, um FGM/C zu beenden.

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