Binden für alle

Was sind Binden?

Damenbinden, Monatsbinden oder kurz Binden sind Hilfsprodukte für die Menstruation der Frau (auch Monatsblutung, Regel oder Periode genannt). Während ihrer monatlichen Blutung verlieren Frauen[1] 50 bis 150 ml Blut. Außerdem werden geringe Mengen an Gebärmutterschleimhaut abgestoßen.  Die Menstruation setzt bei Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren ein und endet in der Zeit der Wechseljahre (Menopause). Somit haben menstruierende Personen etwa 500 Regelblutungen im Leben.

Binden sind Einlagen, die die Menstruationsflüssigkeit außerhalb der Vagina auffangen und so einen sicheren Auslaufschutz der Monatsblutung bieten.

Neben Binden gibt es auch weitere Hygieneprodukte für die Menstruation der Frau, wie SlipeinlagenTamponsMenstruationsschwämmchen, Softcups, Menstruationstassen und Periodenunterwäsche.

Wofür brauchen Frauen und Mädchen Binden?

Frauen und Mädchen brauchen Binden, um Infektionen mit Krankheitskeimen vorzubeugen. Binden und Hygieneprodukte ermöglichen Frauen außerdem, sich während ihrer Menstruation sicher zu fühlen und den gewohnten Alltag nachzugehen. Sie können so während ihrer Menstruation Sport machen und sogar Schwimmen gehen – wenn sie sich dabei wohl fühlen!

Leider haben zahlreiche Mädchen und Frauen weltweit keinen Zugang zu Menstruationsprodukten. Sie müssen sich mit Lappen, Stoffresten, Klopapier Blättern und anderen ungeeigneten Hilfsmitteln behelfen – dies kann aber nicht nur gesundheitliche Probleme wie Entzündungen und Infektionen mit sich bringen, sondern auch dazu führen, dass sie nicht am sozialen Leben teilnehmen können.

Das viele Frauen und Mädchen aufgrund ihrer Menstruation in ihrem Alltag eingeschränkt sind, diskriminiert und stigmatisiert werden nennt man auch Periodenarmut.

 

Was ist Periodenarmut?

Weltweit haben 500 Millionen Mädchen und Frauen während ihrer Menstruation keinen Zugang zu geeigneten Hygieneprodukten. Außerdem haben 1,25 Milliarden Frauen während ihrer Menstruation keinen Zugang zu einer sauberen Toilette. Periodenartikel gelten in vielen Regionen der Welt als Luxusprodukt. Der Mangel an Hygieneprodukten, aber auch fehlende Aufklärung rund um das Thema Menstruation führen dazu, dass laut UNESCO weltweit 1 von 10 Mädchen während der Menstruation die Schule verpasst. Periodenarmut betrifft Frauen weltweit. Hierzulande sind besonders Frauen betroffen, die keinen festen Wohnsitz haben, aber auch Menschen, die an der Armutsgrenze leben. Viele Frauen können ihre Tampons aus finanzieller Not nicht regelmäßig wechseln, dies kann zu einem toxischen Schocksyndrom führen. In anderen Fällen greifen Frauen auf ungeeignete Hilfsmittel zurück, die sie in ihrer Bewegung einschränken und Infektionen befördern.

 

Was tun wir?

Mit dem Projekt „Binden für alle“ möchten wir über das Thema Menstruation aufklären und Mädchen und Frauen einen hygienischen und würdevollen Umgang mit ihrer Menstruation ermöglichen. Durch unsere Kampagnen wollen wir das Thema Menstruation entstigmatisieren. Empowerment von Mädchen und Frauen, Bildung und Nachhaltigkeit spielen in all unseren Projekten eine große Rolle. Wir möchten Frauen und Mädchen einfachen und kostengünstigen Zugang zu einem nachhaltigen Hygieneprodukt ermöglichen und hiermit nicht nur einen Beitrag zur Beendigung von Periodenarmut leisten, sondern auch zum Schutz der Umwelt. Denn der große Teil konventioneller Periodenprodukte enthalten Plastik. Durch unser Projekt sollen Frauen aus lokal vorhandenen Rohstoffen selbst wiederverwendbare Binden und nachhaltige Einwegbinden herstellen können.

Durch einen besseren Zugang zu Hygieneprodukten, zu fließenden Wasser und sauberen Toiletten, aber auch durch Informationsmaterial und Aufklärung möchten wir erreichen, dass Mädchen auch während ihrer Periode am sozialen Leben teilnehmen können und ihnen der Zugang zu Bildung nicht verwehrt bleibt! Durch die Einbeziehung von männlichen Mitschülern bei Workshops in Schulen möchten wir dazu beitragen die allgemeine Akzeptanz des Themas Menstruation erhöhen.

 

Warum Binden?

Mittlerweile sind eine Vielzahl von Periodenprodukten auf dem Markt, die alle über unterschiedliche Vorteile verfügen. Um beispielsweise einen Tampon verwenden zu können, benötigen Menstruierende frisch gewaschene Hände, um Infektionen vorzubeugen. Um eine Menstruationstasse auszuwaschen wird kochendes Wasser benötigt. Für obdachlose Menschen und Menschen, denen kein sauberes Wasser zur Verfügung steht, sind Binden daher besser geeignet. Dabei kann es sich um nachhaltige Binden, die biologisch abbaubar sind, handeln oder um waschbare Stoffbinden.

Grundsätzlich sollten alle Menschen die freie Wahl für ein für sie geeignetes Hygieneprodukt haben.

 

Was kannst du tun?

Viel!

Für viele Menschen ist die Menstruation nach wie vor ein Tabuthema, dies führt dazu das Mädchen und Frauen sich schämen oder sogar schmutzig fühlen. Ein offener Umgang mit dem Thema Menstruation und Hygiene helfen dabei Tabus abzubauen. Periodengespräche können dabei helfen andere aufzuklären und über Periodenarmut zu informieren. Außerdem kannst du uns durch dein Engagement und oder deine finanzielle Unterstützung dabei helfen, Periodenarmut zu beenden und weltweit Bewusstsein für das wichtige Thema Menstruationshygiene zu schaffen.

[1]Zur besseren Lesbarkeit des Textes haben wir die Begriffe „Frauen“ und „Mädchen“ verwendet. Hiermit wollen wir Trans* oder inter*geschlechtliche Personen und  alle Menschen, die sich nicht als “Frau” identifizieren, aber dennoch ihre Menstruation haben nicht ausschließen.

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